Jakobsweg Spanien: Camino Frances

Der camono frances ist der bekannteste Abschnitt des Jakobsweges oder besser gesagt, der Jakobswege. Er verläuft in Spanien und beginnt im französischen Saint-Jean-Pied-de-Port. Endpunkt ist Santiago de Compostela.

Landschaft und Kultur sind vielfältig. Pilger aus allen Herren Länder machen sich auf diesen französchen Weg, der 800 Kilometer überbrückt. Wir stellen die wichtigsten Etappenziele vor.

Roncesvalles

Roncesvalles in Spanien heißt auf französisch Roncevaux. Hier treffen drei der vier wichtigsten französischen Jakobsweg zusammen: die Via Podiensis, die Via Lemovicensis und die Via Touronensis.
Roncesvalles hat eine Pilgerherberge, die schon 1132 gegründet worden ist, und zwar in der Abtei des seinerzeit neu entstandenen Augustinerklosters auf dem Ibaneta-Pass. In Roncesvalles selbst besticht die Heilig-Geist-Kapelle, außerdem die Sage vom Roland. Sie besagt, dass der bretonische Markgraf Roland mit seinem Heer in der Schlacht von Roncesvalles im 8. Jahrhundert gefallen ist. Roland war einer der berühmtesten Heldengestalten des Mittelalters.

Pamplona

Pamplona ist vor allem wegen seines jährlichen Stierwettrennens berühmt geworden. Sie ist aber auch Station auf dem spanischen Jakobsweg. Wenn man dort ist, sollte man sich vor allem die Kathedrale Santa Maria la Real ansehen, ein gotisches Bauwerk aus dem 14. und 15. Jahrhundert. In der großen Kirche liegen königliche Häupter begraben, etwa Karl III. und seine Frau Eleonore von Kastilien. Im benachbarten Diözesanmuseum wird religiöse Kunst aus Navarra ausgestellt, insbesondere Gemälde aus dem 14. und 15. Jahrhundert sowie Marienbilder. Man findet aber auch Reliquien aus dem Mittelalter, z.B. das Lignum Crucis oder das Heilige Grab.

Puente la Reina

Eine navarrische Königin stiftete im 11. Jahrhundert eine sechsbögige steinerne Brücke über den Fluss Arga und gab der Stadt so ihren Namen. So konnte der Pilgerstrom das Städtchen ungehindert passieren. In Puente la Reina gibt es viele Pilgerkirchen und Hospize. Besonders erwähnenswert ist auch die ehemalige Templerkirche Iglesia del Crucifijo. Sie ist nach einem besonderen Pilgerkreuz in Y-Form benannt, welches ein rheinländischer Pilger bis dorthin gebracht haben soll. Puente la Reina vereint auch den navarrischen Jakobsweg mit dem aragonischen Jakobsweg. Beide führen aus Frankrech über die Pyrenäen, der erste von Jean-Pied-de-Port über Oreaga und Roncesvalles, der letztere vom Somport-Pass, dem Puerto de Somport. So kann man in einem alten Pilgerführer nachlesen: Und von hier (Puente la Reina) aus werden alle Wege nach Santiago zu einem einzigen.

Logrono

Logrono ist die Hauptstadt der spanischen Provinz Rioja. Bereits Anfang des 12. Jahrhunderts wurde hier die Brücke Puente de Piedra erbaut, um den Strom der Jakobspilger besser fließen zu lassen. Die Altstadt wartet heute auf der Plaza San Pablo mit einem Brettspiel aus Mosaiksteinen auf, welches eine Reise auf dem Jakobsweg darstellt. Die einzelnen Spielfelder symbolisieren die Stationen des Jakobsweges. Die Plaza San Pablo beherbergt zudem einen Pilgerbrunnen und man kann die Kirche Santiago el Real bewundern. Der Apostel Jakobus wird dort als Pilger und in einer zweiten Darstellung als Maurentöter zu Pferde gezeigt.

Najera

Von Logrono sind es 27 Kilometer bis Najera. Es war König Sancho III, der den camino im 11. Jahrhundert so verlegte, das die Pilger durch den Ort Najera ziehen mussten. Die Stadt hat ihren Namen von dem Fluss Najerilla. In Najera liegt auch das Kloster Santa Maria la Real, das im Jahr 1032 gebaut wurde. Im 15. Jahrhundert gestaltete man es um. von außen schaut es einer Festung ähnlich. Es gibt sogar einen Ritterkreuzgang in diesem Kloster, aber nur, weil dort viele Adlige begraben liegen. In der Kirche findet man einen königlichen Pantheon mit den Gräbern von ca. 30 Königen, das Mausoleum der Herzöge von Najera und, in der Krypta, die sagenhafte Höhle, in dere dem König Garcia die Jungfrau Maria erschienen ist, wenn man den Legenden glaubt. Deshalb soll er auch den Bau der Klosteranlage befohlen haben. Der Hauptaltar der Kirche ist mit einem Bild der Kirchenpatronin geschmückt.

Santo Domingo de la Calzada

Bei dem Namen der Stadt Santo Domingo de la Calzada wird immer wieder eine Legende erzählt, an die ein Hühnerkäfig in der Kathedrale und ein Galgen im Querhaus erinnern: Ein rheinländisches Ehepaar kam mit ihrem Sohn nach Santo Domingo de la Calzada. Sie waren auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Wirtstochter machte Annährungsversuche zu dem Sohn, der jedoch ablehnte. Sie war rachsüchtig und versteckte einen Silberbecher im Reisegepäck des Sohnes. Man verurteilte ihn als Dieb und sprach die Todesstrafe aus. Der Son wurde am Galgen hingerichtet, die Eltern pilgerten weiter nach Santiago de Compostela. Sie beteten in der dortigen Kathedrale für ihren Sohn. Auf dem Rückweg kamen sie erneut am Galgen vorbei und fanden ihren Sohn noch am Leben vor. Der heilige Jakobus hatte ihn die ganze Zeit auf seinen Schultern getragen. Die Eltern rannten zum Richter. Der hatte jedoch nur Spott übrig: ihr Sohn sei so lebendig, wie die beiden Brathühner auf seinem Teller. Diese wurden darufhin lebendig und flatterten davon. Man hängte daraufhin den Sohn sofort ab und die Wirtstochter auf. Woran nun der Hünerkäfig und der Galgen in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzeda erinnern, dürfte nun klar sein.

San Juan de Ortega

Der Ort hat seinen Namen nach dem bekannten Brückenbauer und Heiligen San Juan de Ortega. Auch das Kloster des Ortes trägt seinen Namen. Bis zum Jahr 2008 gab es in dem Ort eine Pilgerherberge, die von dem Pfarrer José Maria Alonso Marroquín betrieben wurde. Dann verstarb er.

Burgos

Burgos hat seinen mittelalterlichen Charme bis in die heutige Zeit hinüber getragen. Besonders die Kathedrale Santa Maria de Burgos prägt den Charakter der Stadt. Die Türme der dreistöckigen Kirche sind 88 Meter hoch und durch eine Galerie verbunden. Unter dem Spitzbogen der Fassade befindet sich eine Rosette mit einem Davidstern. Das hat den Grund darin, dass die Kathedrale mit jüdischen Spendengeldern gebaut worden ist. Im Zentrum des Hauptschiffes der Kathedrale wurde im Jahr 1919 der spanische Nationalheld El Cid mit seiner Ehefrau begraben. Nach den Überlieferungen soll er die Mauren weit nach Andalusien zurück geschlagen haben.

Fromista

Fromista ist eine Stadt der Kirchen. Besonders sehenswert ist die romanische Kirche San Martin, die eine der schönsten Kirchen des spanischen Jakobsweges darstellt. Sofort in den Blick fallen die zwei Rundtürme und der rechteckige sie überragende Turm. Ihre Architektur ist gradlinig, die Verzierungen stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. Ihr Bau wurde im Jahr 1035 begonnen. Daneben sollte man sich die Kirchen Santa Maria oder San Pedro. Sehenswert ist auch die Santia-Einsiedelei. Dort findet man das Bildnis der Virgen del Otero. Anschauen kann man sich auch den Pozomingo-Brunnen mit Überbleibseln aus der Römerzeit.

Sahagún

Die Legende besagt, dass im 3. Jahrhundert n. Chr. die römischen Legionäre Primitivus und Facundus in Sahagún als Märtyrer gestorben sind, weil sie sich zum Christentum gewandt hatten. Es entstand bald ein Heiligenkult um diese beiden. Die sterblichen Überreste wurden im Kloster San Facundo, einem Benediktinerkloster, ja, dem über hunderte von Jahren bedeutendsten Benediktinerkloster Spaniens, beigesetzt. Heute sieht man davon jedoch nur noch einen Turm und einen Bogen.
Neben diesen Ruienen kann man sich in Sahagún noch die Kirche San Tirso aus dem 11. Jahrhundert mit maurischem Charakter anschauen. Man könnte einen Minarett darin wiederfinden.

León

Die Basilika San Isidoro ist eine herrliche romanische Kathedrale, deren Besuch sich kein Pilger entgehen lassen sollte, der in León ist. Die königliche Grabkammer, der Panteón Real, wird auch die "Sixtinische Kapelle der Romanik" genannt. Dies hat den Grund in den Deckenmalereien, die biblische Szenen darstellen.
Die Basilika San Isidoro wurde auf Initiative von Dona Sancha und ihrem Mann Ferdinand I von Katilien im Jahr 1063 gebaut. Zumindest wurde in diesem Jahr mit dem Bau begonnen. Sie wollten dort die Gebeine des heiligen Isidorus aufbewahren, aber auch für sich ein Grabmal schaffen. Auch sollten dort die sterblichen Überreste früherer kastilischer und leonischer Herrscher beigesetzt werden. Berühmt ist auch das sog. Vergebungstor, die Puerta del Perdon. Hier bekamen die kranken und erschöpften Pilger, die es nicht mehr bis nach Santiago de Compostela schafften, dennoch eine Vergebung ihrer Sünden.
Leon beherbergt auch den Convento de San Marcos, der eines der größten Pilger-Hospitäler des spanischen Jakobsweges war. Wegen seiner Renaissance-Fassade sieht es aber eher einem Palast denn einem Hospiz ähnlich. Heute ist darin ein Museum untergebracht.

Rabanal del Camino

Rabanal del Camino liegt am Fuß des Monto Irago und der Ort war so ein wichtiger Stützpunkt für die Überschreitung des Gebirges. Bis vor der jüngsten Renaissance des Jakobspilgertums war der Rabanal fast ausgestorben. Heute gibt es dort wieder vier Pilgerherbergen. Bekannt ist die Pilgerherberge San Gaucelmo. Sie wird von der englischen Jakobsbruderschaft Confraternity of Saint James getragen. In unmittelbarer Nachbarschaft dieses Refugios steht die Templerkirche Santa Maria. Sie worde von den Mönchen des kleinen Benediktinerklosters San Salvador del Monto Irago vor dem Verfall gerettet.

Ponferrada

Die Stadt Pnferrade erhielt ihren Namen im 11. Jahrhundert von einer Steinbrücke, die mit Eisenklammern versehen war (spanisch: pons ferrata). Sie leitete über den Fluß Sil. Heute gibt es die Brücke nicht mehr. Dafür existiert die Ordensburg der Tempelritter aus dem 12. Jahrhundert noch, die den Ort überragt. Die Burg wurde zum Schutz der Wallfahrer erbaut, die am nahen Rabanal-Pass oft von Räuberbanden überfallen wurden. Die Templerburg besitzt zwei über einen Doppelrundbogen miteinander verbundene Festungstürme.
Sehenswert ist auch die Kirche San Andrés. Hier findet man ein Jesus-Bildnis der Tempelritter. Dann gibt es noch das Hospital de la Reina, eine Pilgerherberge im Stil der Renaissance. Im gleichen Stil ist die Basilika Nuestra Senora de la Encina erbaut. Sie ist der Jungfrau von der Steineiche geweiht. Diese ist die Schutzpatronin der Region Bierzo.

Villafranca del Bierzo

Der Ort Villafranca de Bierzo liegt inmitten einer blühenden Landwirtschaft im Tal des Rio Valcarce. Man findet hier Weinanbau, Obst- und Nussbäume. Das mittelalterliche Städtchen wird überragt vom Kastell des Markgrafen von villafranca mit seinen mächtigen Rundtürmen. Die Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Ort gibt es viele Adelshäuser, was man an den Wappen der Häuser erkennt. Sehenswert ist die romanische Santiago Kirche. Sie ist, wie die Kirche in San Isidoro, bekannt durch ihre Puerta del Perdón, die Gnadenpforte. Diejenigen Pilger, die nicht mehr bis Santiago weiter konnten, bekamen dort ihre Sünden vergeben.

O Cebreiro

Von Villafranca aus geht es hinauf auf den knapp 1300 Meter hoch gelegenen Pass von Cebreiro. Der Ort O Cebreiro ist sehr klein. Man findet hier strohgedeckte Steinhäuser, Palloza-Hütten, wie sie die Kelten schon hatten. Von dem Dorf hat man wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Bergwelt, denn O Cebreiro liegt auf einem Höhenzug, eingebettet in die Gebirge O Courel und Ancares. Heutige Pilger besuchen die frühromanische Kirche Santa Maria de la Real. Im 9. Jahrhundert gab es hier neben der Kirche noch ein Kloster und Pilgerspital. In der Kirche soll sich im Mittelalter ein Wunder zugetragen haben, als sich bei einer Messe Brot und Fein in Fleisch und Blut verwandelt haben. Der Hostienteller und der Kelch stehen noch an ihrem Ort.

Triacastela

Triacastela war ein Ort mit drei Burgen, daher der Name. Im Mittelalter fand man hier drei Pilgerhospitäler und auch ein Pilgergefängnis. Seinerzeit gab der Bischof Diego Gelmírez allen Jakobspilgern auf, einen Kalkstein aus den Steinbrüchen in der Nähe mit nach Santiago de Compostela zu nehmen. Der Neubau der dortigen Kathedrale sollte so beschleunigt werden.

Palas de Rei

Palas de Rei bedeutet Königspalast. Allerdings ist historisch nicht belegt, dass in Palas de Rei ein König eine Residenz hatte. Die Pilger der Gegenwart können in dem Dorf aber die Kirche San Tirso betrachten. Sie können auch die Pilgerwiese bestaunen, auf der die Pilger früher bei Sonnenaufgang zusammenkamen, um das baldige Erreichen Santiagos zu feiern.