Camino del Norte: Jakobsweg Spanien

Übersetzt heißt Camino del Norte "Weg des Nordens". Man bezeichnet ihn auch als Camino de la Costa, als "Küstenweg", denn er hat eine Verbindung zum Kantabrischen Meer.

In mittelalterlichen Zeiten, als Kastilien noch von den Mauren beherrscht wurde, war der camino frances für christliche Pilger sehr gefährlich. Deshalb reisten viele Pilger mit Schiffen und Booten zu den Häfen an der kantabrischen Küste und liefen dann nach Santiago. Aus jenen Tagen stammt der Camino del Norte. Seinerzeit waren es vor allem Pilger aus Skandinavien, Deutschland, England und Frankreich, die diesen Weg wählten.
Der Camino del Norte führt durch das Baskenland und die spanischen Provinzen Kantabrien und Asturien. Ausgangangsort ist Hendaye an der Westküste Frankreichs. Dieser Ort liegt kurz vor der französisch-spanischen Grenze. Der erste Ort dieses Jakobsweges in Spanien ist Irún, dann kommt man über San Sebastián, Guernica, Bilbao, Santander, Oviedo und Ribadeo nach Arzuà. Hier vereint sich der Camino del Norte mit dem Camino Francés.
Heute wird der Camino de la Costa von jenen Pilgern gewählt, die nicht in Massen wandern wollen oder den Camino Francés schon kennen und eine grüne Landschaft der trockene Hitze Kastiliens vorziehen. Auf dem Camino del Norte ist man oft für sich allein unterwegs. Wer diesen Jakobsweg für sich aussucht, sollte sich darüber im klaren sein, dass dieser Weg anstrengender als der Camino Frances ist, denn es sind immer wieder Höhen zu überwinden, und zwar besonders zu Beginn der Pilgerei in den Ausläufern der Pyrenäen. Außerdem ist die Orientierung schwieriger, da nicht immer Markierungen in Form von gelben Pfleilen vorhanden sind.
Der Jakobsweg sucht sich hier meistens verkehrsarme Nebenstraßen für die Routenführung aus. Das Klima an der Costa Verde, der grünen Küste Spaniens ist milder als in den Pyrenäen. Der Camino del Norte kann deshalb auch das ganze Jahr über begangen werden.

Irún

Die erste Etappe des spanischen Jakobsweges Camino del Norte führt von Hendaye in Frankreich nach Irún in Spanien. Sehenswert in Irun ist die Kriche Santa Maria del Juncal. Sie ist im spätgotischen Stil erbaut. In ihrem Inneren findet man ein romanisches Marienbildnis. Anschauen sollte man auch die aus dem 10. Jahrhundert stammende Einsiedelei Santa Elena.

San Sebastian

San Sebastian is die Hauptstadt des Baskenlandes und nennt sich auf baskisch Donostia. Der Ort wird geprägt durch seine mittelalterliche Altstadt und seine Lage am Meer. Sandbuchten und Strände, besonders die Bahia de la Concha, welche von den Bergen Igueldo und Urgull umgeben ist, laden zum Baden ein. In der Altstadt von San Sebastian an der Plaza Ignacio Zuloaga steht ein Dominikanerkonvent aus dem 16. Jahrhundert. Sein Renaissance Kreugang ist zum Nationalmonument erklärt worden. Im Konvent ist heute das San-Telmo-Museum beheimatet. Hier kann man Gemälden unterschiedlicher Epochen bewundern oder sich über die baskische Geschichte informieren. Anschauen muss man sich auch die Kirche San Vicente. Sie wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Die Kirche Santa Maria hingegen stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Guernica

Cuernica kennt man auch als Gemälde von Pablo Picasso. Die Stadt ist die heilige Stadt der Basken. Sie hielten dort bereits im Mittelalter unter einer großen Eiche Ratsversammlungen ab. Den Stumpf dieser Eiche kann man noch heute bestaunen. Er steht neben der Casa de Juntas. Guernica wurde im Spanischen Bürgerkrieg im Jahr 1937 von deutschen Bomben völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau fehlten die historischen Bauten in Guernica.

Bilbao

Bilbao liegt ebenfalls im Baskenland. Hier findet man das weltberühmten Guggenheim-Museum, das moderne und zeitgenössische Kunst zeigt.

Santander

Santander ist die Hauptstadt von Kantabrien. Anschauen sollte man sich dort etwa die Plaza Porticada in der Altstadt und auch die Kathedrale von Santander. Die Jardines de Pereda laden zu einem Spaziergang ein, genauso wie die schönen Sandstränder in der Nähe zum Baden.

Picos de Europa

Die nächste Station des Camino del Norte ist an sich Oviedo. Doch viele Pilger machen einen Abstecher zu den "Gipfeln Europas", den Picos de Europa, einem Nationalpark, in dem die Berge eine Höhe von bis zu 2650 Meter erreichen. Hier kann man auf Braunbären und Steinadler treffen.

Altamira

Ebenso sehenswert ist die Höhle von Altamira. Sie ist auch unter dem Namen "Sixtinische Kapelle der Steinzeit" bekannt. Man fand dort im Jahr 1897 prähistorische Felsenmalerein außergewöhnlicher Präzision. Die Unesco hat sie zum Weltkulturerbe ernannt.

Oviedo

Oviedo liegt bereits in Asturien. Besonders hervorzuhebende Gebäude sind die Kathedrale San Salvador auf der Plaza de Alfonso II. Sie glänzt mit einem gotischem Turm. Außerdem zieht die Kirche San Triso, die im präromanischen Stil erbaut wurde und aus dem 9. Jahrundert stammt, die Blicke auf sich. Etwas außerhalb von Oviedo findet man eine weitere präromanische Kirche: San Julian de los Prados. Hier sind die Wandmalereien beachtenswert.

Ribadeo

Ribadeo liegt an der Mündung des Rio Eo auf einer kleiner Anhöhe. Wir sind nun bereits in Galicien. Anschauen muss man sich hier den Konvent Santa Clara. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert. Außerdem sind die Ruinen der Festung San Damian besuchenswert. Weitere schöne Gebäude sind der Pazo de Ibanes sowie die Casa de los Morenos, eine Jugendstilvilla.

Arzua

Arzua vereint den Camino del Norte mit dem Camino Frances.