Das Grab des heiligen Jakobus - Jakobsgrab

Die Reliquien des heiligen Jakobus sollen im silbernen Schrein in der Krypta der Kathedrale von Santiago de Compostela ruhen. Doch entspricht das den historischen Tatsachen?

Bereits im Mittelalter kamen Zweifel auf und bekannt ist die Mahnung Martin Luthers, der darauf hinwies, das man nicht wisse, ob in Santiago de Compostela "Sant Jacob oder ain todter hund" begraben sei. "Lass raisen wer da will, bleib du daheim!"
Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Echtheit der Gebeine jedenfall bis heute nicht.
Nichts desto trotz: bereits seit dem 12. Jahrhundert wurde Santiago neben Jerusalem und Rom zur heiligen Stadt. Das anerkannte Papst Alexander II. Und Papst Leo XIII bestätigte die Echtheit mit seiner Bulle Deus omnipotens.
Es ranken sich viele Legenden um das Jakobgrab. So steht im Pilgerführer des Jakobsbuchs aus dem 12. Jahrundert zu lesen, dass seit der Auffindung des Leichnams des heiligen Jakobs niemand diesen wieder habe bewegen können. Deshalb sei darüber dann der Altar errichtet woerden.
In dem Reliquienschrein, in dem sich die Gebeine heute befinden, wurden sie 1558 von dem damaligen Erzbischof Juan de Sanclemente Torquemada untergebracht. Er vesteckte sie dort vor Sir Francis Drake, als dieser Santiago im Zuge des Spanisch-Englischen Krieges belagerte. Die Gebeine wurde dann erst im Jahr 1879 bei archäologischen Grabungen wiedergefunden.