Jakobsweg Österreich

Der Jakobsweg in Österreich verläuft von Ost nach West, von Wien nach Einsiedeln über die Stationen Klosterneuburg, Melk, Salzburg und Innsbruck.

Wien

Das Wahrzeichen Wiens ist der Stephansdom. Er wurde 1433 fertig gestellt. Der Steffl ist in gotischem Stil gebaut worden, hat einen reichen Reliquienschatz und hat ein angegliedertes Dommuseum und Diözesanmuseum.
Für die Pilger wurde im Jahr 1155 der Schottenstift gegründet. Er lag am Rand der damaligen Stadtmauer und wurde von iroschottischen Benediktinermönchen geführt. Wenn das Kloster überfüllt war, so konnten die Pilger im Johanniter-Konvent in der Annagasse unterkommen. Dort gab es auch eine Kirche und ein Johanniter-Spital.

Klosterneuburg

Klosterneuburg ist ein Augustiner-Chorherrenstift. Dort liegt der heilige Markgraf Leopold begraben. Deshalb ist er österreichisches Nationalheiligtum. Nach der Schleierlegende, die man in der mittelalterlichen Klosterchronik nachlesen kann soll Leopold mit seiner vor kurzem geheirateten Ehefrau einen Ausflug in den Wienerwald gemacht haben. Dort habe ein Windstoß den Schleier seiner Gemahlin ergriffen und in die Luft entführt. Leopold soll ihn Jahre später unbeschädigt auf der Jagd an einem Busch wieder gefunden haben. Dies sah er als göttliches Zeichen an und gründete das Chorherrenstift an jener Stelle.

Melk

Melk kann mit einem barocken Klosterpalast glänzen, der sich auf einem Felsen über der Donau erhebt. Das Grab des heiligen Koloman in der Klosterkirche zog im Mittelalter die Pilger an. Koloman war ein irischer Pilger und befand sich im Jahr 1012 auf einer Wallfahrt ins Heilige Land. Doch die österreichische Bevölkerung hegte Misstrauen, hielt ihn für einen Spion und hängte in kurzerhand auf. Sein Leichnam blieb jedoch von dem Verwesungsprozess ausgespart, was seine Unschuld offen legte. Deshalb erklärte man ihn zu einem Heiligen und brachte seinen toten Körper nach Melk. Dort ist noch heute ein barocker Sarkophag auf einem Seitenaltar im Querhaus der Kirche mit seinen Gebeinen zu sehen.

Salzburg

Der Dom mit seinen fünf Schiffen und Türmen war und ist eines der bedeutendsten spätromanischen Bauwerke nördlich der Alpen. Schon im Mittelalter war er ein Anziehungspunkt für die Pilger. Heute suchen sich die Pilgerihren Weg über den Petersfriedhof und besuchen die Katakomben in der Wand des Mönchsbergs. Der Stift Nonnenberg in Salzburg ist die älteste noch bestehende Benediktinerabtei im deutschen Sprachraum und hat sich schon im Mittelalter um die Jakobspilger gekümmert.

Innsbruck

Die Domkirche von Innsbruck wurde von 1717 bis 1724 errichtet. Sie steht unter dem Patronzinium des heiligen Jakobs. Besichtigt man die Kirche, so sieht man auf den Deckenfresken den heiligen Jakob im Kampf gegen die Mauren. Auch die Spitalkirche und das Servitenkloster des Stifts Wilten erinnern an die Pilgerströme durch Innsbruck.