Jakobsweg Frankreich: Via Touronensis

Die Via Touronensis ist der nördlichste Jakobsweg in Frankreich.

Er beginnt in Paris, führt über Orléans, Tours, Poitiers, Saintes, Blaye und Bordeaux nach Sourde l 'Abbaye. Der Mönch Aimeric Picaud war sicher einer der ersten Pilger auf der Via Touronensis nach Santiago de Compostela. An sich war Tours der Ausgangspunkt für diesen Jakobsweg in Frankreich. Wenn man aus dem nordwestlichen Deutschland kommt, so ist Ausgangspunkt für die Via Touronensis aber Paris, das den Jakobsweg weiter über Orléans nach tours leitet.

Paris

Notre-Dame, die weltbekannte Kathedrale, ist eines der ersten Ziele der Pilger in Paris. Baubeginn dieser Kathedrale war 1163. Sie beherbergt die Dornenkrone, die Jesus am Kreuz getragen hat. Der Jakobsweg in Paris beginnt am Turm Saint-Jacques. Dort weist ein Schild darauf hin. Der Turm Saint-Jacques ist Teil der Kirche Saint-Jacques-la-Boucherie. Der Glockenturm wurde in den Jahren 1508 bis 1522 erbaut.

Orleans

Die Jakobspilger, die von Paris nach Orleans kommen, besuchen sicherlich die Heiligkreuzkathedrale La Cathedrale le Sainte-Croix. Sie stammt aus dem 4. Jahrhundert. Die Besucher bestaunen vor allem ihre Fenster, von denen einige Johanna von Orléans gewidmet sind. Sie hat die Stadt im Hundertjährigen Krieg von den Engländern befreit. Die Jungfrau von Orleans wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dies kann man an der Westfassade der Kirche sehen - im Stein.

Tours

vor den Toren von Tours begegnetman der Abtei Marmoutier. Dort kann man sich heute die Überbleibsel des vom heiligen Martin im Jahre 372 gegründeten Klosters und ehemaligen Bischofssitzes ansehen. In Tours selbst wurde eine neue Basilika errichtet, auf deren Kuppel eine Statue des heiligen Sankt Martin steht. In dieser Basilika befindet sich auch das Grabmal des heiligen Martins. Er starb am 8. November 397. Schon kurz nach seinem Tod wurde sein Grab zu einem Wallfahrtsort.
In Tours findet man auch die Kathedrale Saint-Gatien.

Poitiers

Die Legende berichtet, dass die romanische Kirche Saint-Hilaire-le-Grand am Grab des ersten bekannten Bischofs von Poitiers errichtet worden ist. Dieser war der heilige Hilarius. Die Kirche ist mit einem schönen Glockenturm an der Nordseite versehen. Die Kirchenfassade von Notre-Dame-la-Grande ist sehenswert.

Saintes

Saintes liegt am Fluß Charente. Die Pilger finden dort zwei mittelalterliche romanische Kirchen. Einmal die Abteikirche Abbaye aux Dames, deren Glockenturm und geschnitzes Portal berühmt sind. Dort suchten Pilger aus früheren Zeiten Erholung. Dann zogen sie über die Pilgerbrücke in die Stadt zur Pilgerkirche Saint-Eutrope. Diese stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. In ihrer Krypta befindet sich das Grab des heiligen Eutropius. Er war der erste Bischof von Saintes.

Blaye

Aus dem 14. Jahrhundert stammt die Augustinerabtei Blaye. Hier fanden die Pilger eine Herberge. Schon ab dem 10. Jahrhundert war Blaye durch die Rolandsage bekannt. Die Legende sagt, dass der heilige Roland in der Krypta neben dem Heiligen Romanus begraben liegt. Leider findet man von der Abteikrypta heute nur noch Ruinen der Festungsmauerder Zitadelle. Eine Pilgerbrücke gibt es in Blaye nicht. Man nahm und nimmt auch heute noch eine Fähre über den Fluss Gironde und pilgert weiter nach Blanquefort und schließlich Bordeaux.

Bordeaux

In Bordeaux finden die Pilger die im 15. Jahrhundert errichtete Basiklika Saint-Michel, ein Bauwerk der Flammengotik. Eine ihrer Seitenkapellen heißt Saint-Jacques und stammt aus dem Jahr 1632. Dort steht eine Jakobsfigur mit nackten Füßen und der Grabstein eines Jakobspilgers. Saint-Michel wurde am Ort einer karolingischen Kapelle erbaut.
Bordeaux hat aber noch eine zweite, für Pilger interessante Kirche, die Basilika Saint-Seurin. Hier soll Karl der Große das elfenbeinerne Rolandshorn niedergelegt haben. Viele Grabsteine sind mit der Jakobsmuschel gezeichnet. Auch der Pilgerstab findet sicha auf vielen Gräbern. Das Südportal der Basilika Saint-Seurin zeigt den heiligen Jakobus aus dem 16. Jahrhundert.
Eine dritte Kirche ist die Kathedrale Saint-André. Ihr Königsportal ist berühmt. In der Kirche findet man eine Darstellung des heiligen Jakobs als Pilger. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Sorde l'Abbaye

An der Stelle, wo sich die Flüsse Gave d'Oloron und Gave de Pau vereinen, liegt der Ort Sorde l'Abbaye mit der Abteikirche Saint-Jean de Sorde. Die Abtei war Anlaufstelle der Pilger. Auch ein Hospiz war hier vorhanden, das jedoch im 18. Jahrhundert zerfiel. Die Pilger wurden hier von Fährleuten betrogen und bedroht. Das war der Grund, warum man eines der Fährboote für würdig erachtete, im Museum der Abtei von Arthous ausgestellt zu werden.
Der französiche Jakobsweg Via Touronensis führt von Sorde l'Abbaye nweiter nach Ostabat und vereint sich dort mit zwei weiteren französischen Jakobswegen.