Jakobsweg Frankreich: Via Podiensis

Bereits im Codex Calixtinus, also im 12. Jahrhundert, findet die Via Podiensis eine Erwähnung. Sie sit damit eine der ältesten Pilgerrouten nach Santiago de Compostela.

Sie führt durch das südliche Zentralmassiv in Frankreich. Die UNESCO hat die Via Podiensis zum Weltkulturerbe erkärt. Sie führt durch unterschiedliche Landschaften, durch die Auvergne mit ihren erloschenen Vulkanen und das Lot-Tal, durch das Weinland des Armagnac bis ins Baskenland. Man findet auf dem Weg romanische Kapellen und Steinkreuze. Die Via Podiensis beginnt in Le Puy-en-Velay und führt über die Orte Aubrac, Espalion, Estaing, Conques, Figeac, Cahors, Moissac, Lectoure, Condom, Ostabat nach Saint-Jean-Pied-de-Port.

Le Puy-en-Velay

Le Puy-en-Velay ist der Beginn der Via Podiensis. Der Ort liegt am Hang des Rocher Corneille, einem erkalteten Vulkan. Zentrum ist die Kathedrale Notre-Dame-de-l'Annonciation. Hier in der Kathedrale steht noch heute die schwarze Muttergottesstatue, die die Stadt einst vor vielen Jahrhunderten zu einem Marienwallfahrtsort gemacht hat. Startpunkt des Jakobsweges ist die Rue Saint-Jacques, die man vom Place du Plot, dem zentralen Platz von Le Puy-en-Velay erreicht.

Aubrac

Der Jakobsweg führt zur ersten Etappe, dem Dorf Aubrac. Es liegt in einer baumlosen Landschaft, in der Weidevieh seine Heimat findet. Im Mittelalter stand um das Dorf ein dichter Wald, durch den eine gepflasterte Römerstrasse führte. Die Ortsgründung geht auf den Grafen Adalard von Flandern zurück. Im 12. Jahrhundert entging er bei seiner Rückkehr von Santiago de Compostela durch glückliche Fügung einem räuberischen Überfall. Daraufhin ließ er die Kirche und das Hospiz Notre-Dame des Pauvres, Unsere liebe Frau von den Armen bauen.Heute hat man im größten Turm der Klosteranlage eine Wanderherberge eingerichtet.

Espalion

In Espalion, das im oberen Lot-Tal gelegen ist, liegt die Eglise de Perse. Sie wurde im 11. und 12. Jahrhundert ausßerhalb des Ortes im romanischen Stil erbaut. Sie besteht aus rotem Sandstein. Sehenswert in Espalion ist auch die gotische Brücke Pont Vieux, die im 13. Jahrhundert erbaut worden ist.

Conques

Sehenswert in diesem Pilgerort ist die romanische Klosterkirche Sainte-Foy mit ihrem Tympanon aus dem 12. Jahrhundert. Hauptthema ist das jüngste Gericht.

Figeac

Im 9. Jahrhundert wurde eine Benediktinerabtei gegründet, um die herum sich die Stadt Figeac bildete. Im Mittelalter gab es für die Jakobspilger mehre Hospize zur Unterkunft. In der Kirche Notre-Dame-du-Puy kann man sich auch heute, wie im Mittelalter, den Beistand für seine Pilgerfahrt erbitten. Die Kirche eist eines der ätesten Bauwerke von Figeac. Eine andere sehenswerte Kirche in dem Ort ist die Abteikirche Saint-Saveur. Sie wurde im Jahr 1093 zur Pilgerkirche geweiht.

Cahors

Die Valentre-Brücke ist das Wahrzeichen von Lot.Es sit eine Pilgerbrücke, die im 15. Jahrhundert entstanden ist, um den Pilgern die Überschreitung des Flusses Lot zu erleichtern. Die Kathedrale Saint-Etienne ist ebenfalls sehenswert. Neben ihr erinnern mit Darstellungen von Pilgern der Keuzgang mit seinen Kapitellen.

Moissac

Moissac ist die Heimat der Benediktinerabtei Saint Pierre. Sie wurde im 7. Jahrhundert gegründet. Nach ihrem Niedergang wurde sie durch Karl dem Großen wieder aufgebaut. Im Jahr 1047 wurde Moissac unter den Schutz der Abtei von Cluny gestellt. Der Kreuzgang der Kirche von Moissac ist einer der schönsten in ganz Frankreich. Seine Ecksäulen sind mit Reliefs geschmückt. Seine Kapitelle sind ein Meisterwerk der Romanik. Er gleicht einer geöffneten Bibel. Auch die Kirche und insbesondere ihr Südportal mit seinen Skulpturen ist eine Augenweide.

Lectoure

Lectoure war ein Bischofsitz. Die Kathedrale Saint-Gervais wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet. An gleicher Stelle stand zuvor ein heidnischer Tempel. In der Kathedrale finden heute Pilgerempfänge statt. Auch das Benediktinerkloster mit den Reliquien des heiligen Gény ist einen Besuch wert.

Condom

Der Ort Condom glänzt mit seiner spätgotischen Kathedrale Saint-Pierre. Im Hugenottenkrieg 1569 wäre sie fast zerstört worden. Sehenswert ist das Hotel de Cugnac. Es wartet mit einem alten Weinlager und einer Armagnac-Brennerei auf und stammt aus dem 17. bis 18. Jahrhundert.

Ostabat

Jetzt befindet man sich bereits im Baskenland. In Ostabat treffen drei der vier französischen Jakobswege zusammen. Das sind die Via Podiensis, die Via Lemovicensis und die Via Touronensis. Die Stele von Gibraltar auf dem Berg Mont Saint-Sauveur zeigt ihre Richtungen an. Im Ort befindet sich die Priorei Saint-Nicolas d'Harambels. Sie war im 12. Jahrhundert eine Pilgerunterkunft. Heute kann man lediglich die Kapelle bestaunen. Der Rest ist zerstört. Die Pilger von heute können ider der Ospitalia, die in einem historischen Gebäude liegt, übernachten.

Saint-Jean-Pied-de-Port

Der Ort Saint-Jean-Pied-de-Port liegt am Fuß des Passes von Roncesvalles. Er ist die letzte Etappe des Jakobsweges in Frankreich. Gleichzeitig ist Saint-Jean-Pied-de-Port der Start für den camino frances, den spanischen Jakobsweg. Die meisten Pilger nach Santiago de Compostela beginnen hier ihre Pilgerreise. Sie überqueren von hier aus die Pyrenäen in Richtung Spanien.
Saint-Jean-Pied-de-Port hat eine schöne Altstadt aus Stein- und Fachwerkhäusern mit Holzbalkonen. Man betritt sie durch die Porte de Saint-Jacques und folgt dann der Rue de la Citadelle.