Jakobsweg Süddeutschland

Der Jakobsweg in Süddeutschland verbindet Bayern mit Österreich und der Schweiz.

Kaiserslautern

Von Trier führt die Pilgerroute weiter nach Kaiserslautern. Aus dem Mittelalter erhalten sind dort die evangelische Stiftskirche und die katholische Martinskirche. Bestaunen kann man auch noch Reste der Kaiserpfalz, nämlich Buckelquader von den Fundamenten und Reste des Mauerwerks der Burgkapelle. Diese wurde auf Befehl Kaiser Friedrich I nach dem Jahr 1152 erbaut.

Speyer

Speyer ist ebenfalls Station der Jakobspilger. Der Kaiserdom in Speyer gilt als die größte erhaltene romainsche Basilika Europas. Die salischen Kaiser wurden im Dom zu Speyer begraben. Er war Symbol der Macht des deutschen Kaisertums im frühen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Vor dem Domhauptportal findet man den Domnapf. Er war das Symbol der Immunitätsgrenze zwischen Stadt und Bischof.
Die Gedächtniskirche in Speyer dient der Erinnerung an die Protestaktion der evangelischen Reichsstände auf dem Speyerer Reichstag von 1529. Ihr Tum überragt sogar den Dom. Errichtet wurde die Gedächtniskirche zwischen 1893 und 1904 mit Unterstützung des Kaisers. Sie sit im gotischen Stil errichtet.
Sehenswert in Speyer ist auch das Altpörtel, mit 55 Metern eines der höchsten Stadttore Deutschlands aus dem Jahr 1176.

Nürnberg

Nürnberg war im Mittelalter eine der bedeutendsten Handelsstätte. Es lag an wichtigen Fernhandelsstraßen und war deshalb auch für die Pilger ein wichtiger Stützpunkt. Viele Pilgerwege führten hier zusammen oder verzweigten sich hier.
Der Stadtpatron Nürnbergs ist Sebaldus. Am Choreingang der Sebaldus Pfarrkirche wurde um 1400 ein Steinfigur des Sebaldus geschaffen. Sie stellt den Heiligen als Pilger mit Jakobsmuschel am Hut dar.
In Nürnberg wurde die Reichskleinodien aufbewahrt. Auch deshalb war Nürnberg im Mittelalter ein wichtiges Ziel der Pilger. Ursprünglich sollten die Kleinodien im Michaelschörlein und Balkon über dem Hauptportal der Nürnberger Frauenkirche aufbewahrt werden. Tatsächlich verwahrte man sie dann aber in der Kirche des Heilig-Geist-Spitals. Damit die Pilger sie sehen konnten, wurde der Schrein an Ketten unterhalt des Chorgewölbes befestigt.
Für die heutigen Jakobuspilger ist der Nürnberger Patrizier Stefan III. Praun ein begriff. Er pilgert 1570 nach Santiago. Seine Pilgerkleidung und Pilgerausrüstung ist im Germanischen Nationalmuseum im einstigen Kartäuser-Kloster ausgestellt.

Rothenburg ob der Tauber

Sowohl im Mittelalter als auch heute ist Rothenburg ob der Tauber ein Drehkreuz der Jakobspilger. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die St. Jakobs Kirche erbaut. Im Inneren bewundert man den Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider. Ebenso schön ist der Zwölf-Boten-Altar von Friedrich Herlin. Auch die Wolgangskirche aus dem späten Mittelalter ist sehenswert. Man hatte sie als Teil der Befestigungsanlage am Klingentor erbaut. Das sieht man deutlich an den noch heute erhaltenen Schießscharten. Es gibt unterirdische Kasematten und ein Verlies zu betrachten.